Wir sind, woran wir uns erinnern

Wie bewahrst du deine Erinnerungen? Sicherst du die Fotos auf deinem Handy? Machst du dir Notizen im Google Kalender? Sammelst du Konzerttickets und Urlaubspostkarten in einem Schuhkarton? Gibt es überhaupt eine Kultur des „sich richtig erinnerns“?

Wir bemühen uns nach Leibeskräften, konzentriert im Hier und Jetzt zu sein, die nächste Woche zu planen, den nächsten Urlaub, das kommende Jahr. Wir versuchen, bewusst und achtsam durch den Tag zu gehen und alles intensiv zu erleben. Vor allem, wenn es um das Erleben unserer Kinder geht, unserer Eltern und Großeltern. Doch alles geht so wahnsinnig schnell. Wir hetzen oft von einem Termin zum nächsten, versuchen den Tag gut über die Runden zu bekommen. Wir haben kaum Zeit zu verschnaufen, zu reflektieren und zum Nachwirken lassen. Dabei sollten wir viel besser auf unsere Erinnerungen aufpassen. Sie sind es, die uns bleiben, wenn der große Rummel unseres Lebens ruhiger wird. Wenn wir nicht mehr so viele Termine haben und unsere lieben Menschen nicht jeden Tag um uns sind.

Auch Verena Potthast – alias Rena von Rundfux – hat das erkannt. Sie wurde schwanger, bekam ihre Tochter und auf einmal wollte sie so viele Gedanken festhalten. Aber nicht nur irgendwie. Sie wollte einen schönen Platz für ihre Erinnerungen, in denen sie sich wohlfühlen und gut aufgehoben sind. Als sie nichts fand, das ihr Herz wirklich berührte, illustrierte sie kurzerhand ihr erstes eigenes Erinnerungsalbum, ein Babyalbum, das es bis heute bei ihr im Shop gibt. Unter dem liebevoll verspielten Label Rundfux finden sich viele wunderbare Erinnerungsalben für die ganze Familie. Wir finden ihre Handschrift, ihren „Rena-Style“, so unverwechselbar und fröhlich-frech, dass wir sie unbedingt interviewen und zum Wert von Erinnerungen befragen mussten.

Liebe Rena, zum Warmwerden möchten wir gern kurz und knapp von dir wissen: Wer bist du, was machst du und wo findet man dich im Netz?

„Ich heiße Verena Potthast, bin 35 Jahre alt und zusammen mit meinem Mann führe ich das Familienunternehmen Rundfux. Das ist ein Verlag für Geschenkbücher, Papeterie und vielem mehr für die ganze Familie aber auch eine Agentur als Rundfux Media. Ich bin Grafikerin, Illustratorin, Autorin und Sprecherin. Ich liebe meinen Job und bin leidenschaftliche Mama. Man findet mich am „intensivsten“ auf Instagram unter @rena_von_rundfux oder den Hashtags #rundfux, #renaillustriert oder #rundfuxmoment. Auf Facebook @rundfux und auch auf Pinterest unter Rundfux Media.“

 

Rena über die Kultur des Erinnerns


Was meinst du, Rena, gibt es bei uns eine Kultur des Erinnerns? Warum ist das Erinnern so wichtig? Wie können wir für uns selbst eine Erinnerungskultur schaffen?

„Eine Kultur des Erinnerns gibt es auf jeden Fall, allerdings nicht unter dem Namen und unter diesem Gefühl. Es ist mehr so ein beiläufiges Erinnern, durch den ganzen Medienkonsum. Ich habe oft das Gefühl, dass man zwar 100.000 Bilder hat, aber die Essenz der Bilder gar nicht mehr so ist, wie vor der „Digitalisierung“. Ich habe ein Fotoalbum von mir als Kind mit nur einer Handvoll Fotos und diese sind natürlich viel mehr wert.

Ich habe angefangen Erinnerungsbücher zu machen, weil ich meiner Tochter eines Tages unbedingt diese schöne Zeit zeigen möchte. Aber nicht in einem unsortierten Berg von digitalem Zeug, sondern liebevoll ausgewählte Bilder, die einsortiert und geklebt wurden. Mit persönlichen Notizen und viel Raum für eine freie Erzählung.

Und das Allerschönste ist, dass sie mittlerweile schon so alt ist, dass wir oft in unserem Sessel sitzen und unsere Bücher gemeinsam ansehen. Diejenigen von der Zeit, als ich schwanger und sie ein Jahr alt war, sind schon lange unser „All-Time-Favorite“. Diese Momente zeigen mir, wie wichtige diese persönliche und nahe Erinnerung ist. Diese Kultur sollten wir in jedem Fall pflegen und zwar ganz achtsam! Es gibt nichts Schöneres als eine gemeinsame Erinnerung, denn die bedeutet gemeinsame Zeit und ein Gefühl, das man für alle Zeit teilen kann.“

 

3 Fragen an dich als Fachfrau


Wofür steht Rundfux und was möchtet ihr persönlich bewirken?

„Rundfux steht für den größten Schatz den man besitzt. Die Erinnerungen! Wir möchten mit unseren Büchern die Erinnerungen bewahren, festhalten und beschützen. Wir haben Alben über Themen und Situationen die uns selbst bewegen. Das kann man sich so vorstellen: Als ich schwanger war, habe ich das Schwangerschaftstagebuch entwickelt. Das Babyalbum (unser erstes Produkt) habe ich entwickelt, als ich eines für unsere Tochter gesucht, aber keins gefunden habe. So zieht sich unsere Produktpalette immer weiter, mit der wir selbst alle Lebensabschnitte durchlaufen. Unsere Neuveröffentlichung ist zum Beispiel ein Erinnerungsalbum für Omas, Opas und Enkel. Das habe ich für unsere Großeltern gesucht und dann einfach selbst eins entwickelt.

Bewirken möchte ich, dass man spürt, wie viel Liebe in unserem Sortiment steckt und Familien unsere Bücher ins Regal stellen. Die Vorstellung, dass diese heraus genommen und mit den Kindern auf dem Schoß durch geblättert werden, ist einfach großartig und vor allem eine große Ehre.“

 

Liebevolle Erinnerungsalben sind euer Steckenpferd: Warum sind Erinnerungen in euren Augen so wichtig?

„Erinnerungen sind das, was uns ausmacht. In der heutigen Zeit kann man alles festhalten auf dem Handy. Alles dokumentieren auf irgendeiner App. Auch das sind Erinnerungen. Aber liebevoll zusammengetragene Erinnerungen in einem Buch, die gemeinsam angeschaut und angefasst werden, die immer präsent sind – das finde ich unbezahlbar.“

Welche Erinnerungen sollten Mütter bzw. Eltern auf jeden Fall festhalten und wie klappt das im meist stressigen Familienalltag?

„Auf jeden Fall die Schwangerschaft und das erste Babyjahr, die Kindergartenzeit, die Babyparty, Erinnerungen an Oma und Opa … Ach einfach alles. Wichtig finde ich auch die tollen ersten Wörter der Kinder … Herrlich! Als Tipp für den Familienalltag habe ich einen ganz wichtigen: Wenn die Kinder rufen ZUHÖREN! Das geht einfach über alles. Ansonsten haben wir hier ein ziemlich gut laufendes System, dass „Mama arbeitet“. Ich arbeite oft im Wohnzimmer und mein Mann im Büro. Das ist für uns die unstreitigste Lösung, da ich immer da bin, wo die Maus ist. So ca. 15 Minuten klappt das ganz gut, weil sie das von klein auf kennt. Länger ist aber ehrlich gesagt schwierig. Trotzdem machen wir es so, dass eine feste Stunde angesetzt ist mit Ansage und danach ist in jedem Fall feste Zeit mit voller Aufmerksamkeit für meine Tochter. Das finde ich Wichtig und das spürt sie auch. Es ist super schwierig die Arbeit ruhen zu lassen, wenn man immer alles vor Augen hat, trotzdem klappt es so am Besten mit einfachen Regeln, die volle Aufmerksamkeit fordern.“

 

3 Fragen an dich als Mama


Wie hat sich dein Leben verändert, seit du Mama geworden bist?

„Oh total! Es gibt einfach nichts besseres! Es hat sich im 180 Grad gedreht. Die Prioritäten haben sich absolut verschoben. Aber gar nicht so abrupt wie sich das vielleicht anhören mag, sondern eher schleichend und ganz sanft. Es ist ein Gefühl, als hätte man lange auf das letzte Teilchen von einem Selbst gewartet und mit der Geburt fügt es sich zusammen und man ist irgendwie GANZ.

Natürlich kommen auch ganz andere „Probleme“ hinzu, wie ausschlafen oder Zeit für sich. Das ist aber irgendwie alles eine Frage des Managements. Seitdem die Maus in den Kiga geht (Wer den Blog liest, weiß, dass wir da so unsere Probleme hatten) kommt das mit dem Zeitmanagement super hin. Aber es bleibt immer spannend, weil sich immer noch alle Nase lang die Schlafgewohnheiten ändern. Deswegen ein Hoch auf die Flexibilität.“

Kliniktasche Geburt schwanger Baby mamylu

Wie hast du dich auf die Geburt vorbereitet und was hättest du rückblickend besser machen können?

„Vorbereitet hab ich mich so ein bisschen mit meinem eigenen Buch. Ich habe viel Ruhe gehabt, eine Menge gelesen, gute Gedanken geschickt und mich riesig gefreut. Dazu muss ich aber sagen das ich eine Traum-Schwangerschaft hatte. Alle Wehwehchen wie Sodbrennen sind wirklich sofort vergessen gewesen. Aber das war auch so ein Punkt von dem ich keine Ahnung hatte (Was rückblickend ganz gut war) Ich habe mich ehrlich gesagt extra nicht so richtig mit einer menge Fachlektüre oder Videos vorbereitet, sondern wollte alles ungefiltert erleben. Aber natürlich waren wir zusammen im Geburtsvorbereitungskurs. Was ich auch noch sagen muss ist, dass ich gerne im Nachhinein schon einen Instagram Account gehabt hätte, weil da so tolle Mamas rumschwirren mit denen ich mich gerne ausgetauscht hätte. Aber das habe ich ja in unserem Schwangerschaftstagebuch nachgeholt mit den Blogempfehlungen, die ich damals gerne gehabt hätte.“

Wie war das damals mit deiner Kliniktasche: Hattest du alles dabei, was durfte auf keinen Fall fehlen und was hättest du gar nicht gebraucht?

„Ich habe mir extra eine riesengroße knallorange Tasche gekauft die schon mindestens zwei Monate fertig gepackt neben dem Bett stand. So lange, dass unser Kater Paulchen die schon für sich als Bett beansprucht hat. Drin war viel zu viel und irgendwie alles, was ich nicht gebraucht hab. Das Einzige, an was ich mich richtig erinnere, ist, dass ich unglaublichen Durst hatte und NICHTS zu trinken in der Tasche war. Müsliriegel waren mit dabei und ein schickes Nachthemd. Gut wäre ein kleiner und übersichtlicher Kulturbeutel gewesen, anstatt so ein Riesen Wust an Zeug.“

Vielen Dank!


Wir sind sehr froh, dass Rena von Rundfux in unserem Netzwerk Mamis für Mamis mit dabei ist, denn so erhaltet ihr bei uns 20% auf alles bei ihr im Shop – wenn ihr etwas bei uns bestellt, ist einer ihrer Gutscheincodes mit dabei!