Von der Archäologin zur Winzerin: Agnes Schütte & ihr Mami-Secco

Agnes Schütte Öko Weingut

Was sollen Schwangere und Stillende trinken? Mit dieser Frage sind wir auf Agnes Schütte vom Ökoweingut Schütte in Rheinhessen gestoßen. Erst im zweiten Anlauf hat sie das Weingut von ihrem Vater in siebter Generation übernommen, nachdem sie eigentlich etwas ganz anderes studiert hat, nämlich Archäologie und Geographie. Was für sie der Wendepunkt war, erfahrt ihr hier!

Agnes Schütte

Agnes Schütte

Lange hat sie sich gefragt, warum ihr Eltern neben dem ökologisch hergestellten Wein besonders hochwertigen Saft so wichtig fanden. Als sie dann selbst Mama wurde, hat sie es erkannt: Was Schwangere und Mütter im Supermarktregal an vermeintlich “gesunden” Säften finden, ist so minderwertig, dass es sie in der Seele schmerzt. Seitdem ist sie Feuer und Flamme für gesunde Säfte für Mütter und die ganze Familie.

Agnes Schütte steht heute selbst im Weinberg zwischen all den hochwertigen Rebsorten, die sonst nur im Wein landen, und pflückt sie für ihre ökologischen Mama-Säfte, wie zum Beispiel die Prickelnde Elise. Der verperlte, alkoholfreie Traubensaft in der Sektflasche wird aus Merlottrauben gepresst und ist eine wunderbar spritzige Secco-Alternative für Stillende. Keine Abfallprodukte, keine künstlichen Aromen oder Zucker – bei ihr landen nur die allerbesten Rohstoffe in den Bottichen. Wir sind froh, in unseren Kliniktaschen aktuell stärkende Kraft-Säfte von Agnes mit dabei zu haben, nämlich einen köstlichen Rieslingsaft aus alten Reben, dem man die guten Inhaltsstoffe direkt ansieht. Ein richtiger Energiekick direkt nach der Geburt!

Weil wir ihr Engagement großartig finden, haben wir ihr unsere #3x3Fragen gestellt und wollten außerdem von ihr wissen, wie es ihrer Meinung nach um unsere Kultur rund um Kinderkriegen steht.

mamylu Weingut Agnes Schütte

Liebe Agnes, hier drei kurze Fragen an dich zum Einstieg: Wer bist du, was machst du und wo findet man dich?

“Mein Name ist Agnes Schütte, ich bin 37 Jahre alt und habe drei Kinder, Barbara (5), Georg (3) und Johanna (10 Monate). Ich bin Ökowinzerin aus Alsheim in Rheinhessen.”

Aktuell laufen bei uns die Kulturwochen. Was meinst du, liebe Agnes, wie steht es bei uns um die Kultur rund ums Kinderkriegen? Geht es einer Schwangeren und Wöchnerin bei uns gut oder haben wir irgendwo Nachholbedarf?

“Meine Formel zum Thema wäre: Zurück zum Einfachen. Wir Schwangere und Mütter werden geradezu bombardiert mit Produktvorschlägen, Warnhinweisen und Must-Do-Konzepten. Da steht eine ganze Industrie dahinter. Wir sollten uns nicht von uns selbst ablenken lassen und stattdessen auf unsere eigene Intuition hören, die uns sagt, was wir eigentlich  brauchen. Nämlich nicht die Schwemme von Krimskram und Firlefanz, den uns die Industrie aufschwatzen will, sondern einige wenige Dinge, deren Qualität und Herkunft wir kennen und schätzen und die uns und unserem Baby guttun. Und das war auch die Idee hinter meiner “Prickelnden Elise”: Einen ökologischen und hochwertigen Saft zu erzeugen, den frau alkohlfrei genießen kann und der ihr und dem Baby guttut.”

Drei Fragen an dich als Fachfrau


Agnes Schütte

Agnes Schütte in der Produktion

Seit wann bist du Winzerin und was hat dich zu diesem spannenden Beruf gebracht?

“Eigentlich habe ich Archäologie und Geographie studiert. Der Wendepunkt war für mich 2011. In Fokushima ereignete sich der schlimmste Atomunfall seit Tschernobyl und ich schrieb an meiner Promotion und hatte gerade meinen Mann, einen Musiker, kennen gelernt. Ich erinnere mich, wie ich im Spreewald bei Berlin paddeln war und mir durch den Kopf ging: Wir Menschen sind dabei, unsere Lebensgrundlagen kaputt zu machen. Was will ich eigentlich im Leben? Was tue ich gegen diese unheilvolle Entwicklung? Was ist mir wirklich wichtig? Hintergrund war die Frage, ob jemand in der Familie die Nachfolge im Famileinbetrieb antritt und unseren ökologisches Weingut übernimmt. Traubensaft und Wein werden bei uns seit sieben Generationen produziert. Aber wie bei vielen kleinen Familienbetrieben stand 2011 die Nachfolge auf der Kippe. Ich habe dann meine Entscheidung, aus der Großstadt und dem Archäologenleben “auszuziehen” und aufs Dorf zurückzukehren nicht bereut. Das Winzerin-Sein gibt mir eine Bodenhaftung, die ich ehrlich gesagt im Stadt- und Unileben vermisst habe, und ist außerdem ein unglaublich fordernder, aber auch vielseitiger Beruf.”

Worauf legt ihr bei der Produktion besonders wert?

“Mein Vater sagt gerne: “Man darf die Reben nicht an den Tropf höngen.” Das heißt, ich verzichte auf künstliche Düngung, damit die Weinstöcke motiviert werden, in die Tiefe zu wachsen und so Mineral- und Nährstoffe reichhaltig aufzunehmen. Ich benutzen auch keine chemischen Pflanzenschutzmittel, die sich in der Muttermilch antreichern und uns alle zu potenziellen Chemiebomben machen. Stattdessen kultiviere ich unsere Böden auf natürliche Art, sodass sie von feinem Wurzelwerk durchwebt sind und sich die zaghllosen Kleinstlebewesen heimisch fühlen. Alle Arbeitsgänge versuche ich möglichst entschleunigt und nachhaltig zu gestalten, was Saft und Wein besondere Kraft und intensiven Geschmack gibt.”

Welche Produkte sind vor allem für (werdende) Mütter interessant und warum? Was macht sie für Mütter so wertvoll?

“Ich habe während meiner ersten Schwangerschaft einen verperlten Saftsecco aus der Taufe gehoben: “Die prickelnde Elise”, benannt nach meiner Urgroßmutter. Ich hatte das Gefühl, auch als Schwangere und Stillende mit einem edlen Tropfen alkoholfrei anstoßen oder einfach mal entspannt genießen zu wollen. Generell würde ich sagen: Alles, was zurück zur Natur führt, ist für Mütter wertvoll und interessant, weil Mutter Natur die Geburt am besten begleitet und wir unsere Sinne erst wieder für sie schärfen müssen, da wir im Alltag gewollt und ungewollt tausend Ablenkungen unterliegen.”

Drei Fragen an dich als Mama


Wie hast du die Geburten empfunden? Sind es schöne Erinnerungen?

“Es ist ja eine Binse, aber wirklich wahr: Jede Geburt ist anders. Bei meiner ersten Tochter hatte ich schon Angst vor dem Unbekannten. Mir hat die ganz banale Vorstellung geholfen, dass wir ja alle aus einer Mutter gekommen sind, und es bei uns allen geklappt hat. Die zweite Geburt, unser Junge, lief ganz problemlos, die dritte war für mich körperlich am anstrengensten, da Johanna einen Monat zu früh kam und die Klinik die Geburt ziemlich brachial eingeleitet hat, sodass der Muttermund gar nicht hinterherkam. Generell würde ich sagen, es ist die schönste Sache von der Welt Kinder zu haben; Kinder zu bekommen ist sehr schmerzhaft, aber dafür ist der Moment, wenn die Schmerzen abebben und das Glücksgefühl einsetzt, unbeschreiblich.”

Prickelnde Elise Flasche

Prickelnde Elise: alkoholfreier Öko-Secco für Mamis

Ein Blick in deine Kliniktasche: Wie gut warst du vorbereitet? Was musste unbedingt dabei sein und auf was hättest du gut und gerne verzichten können?

“Also ich bin da eher der spontane, etwas chaotische Typ. Ich hatte zwar bei dne ersten beiden Geburten das Notwendigste gepackt und auf jeden Fall, das sage ich jetzt nicht aus Werbegründen, unsern Saft dabei, das hat schon meine Großmutter so gehandhabt, der Saft war ihr Wohlfühl- und Stärkungstrunk. Aber ansonsten musste mein Mann gerade bei der dritten Geburt, die ganz überraschend einen Monat zu früh kam, einiges hinterherkutschieren. Hier hätte ich mir gewünscht, das Wichtigste besser parat gehabt zu haben.”

Aus deiner Erfahrung heraus: Was rätst du Schwangeren, die gerade ihr erstes Kind erwarten und die Geburt noch vor sich haben?

“Sich nicht verrückt machen und sich tausend Ratgeber reinziehen, sondern auf die eigene Intuition und den persönlichen Rat von Frauen, die einem nahestehen, hören. Ich habe das Glück, aus einer matriarchal geprägten Familie zu kommen, wo eigentlich immer die Frauen tonangebend waren und zum Beispiel meine Tante, die Hebamme ist, hat mir mit Ihrer Ruhe und Erfahrung sehr geholfen, aber auch meine Mutter und ihre Geburtengeschichte. Letztlich ist es aber eine der ureigensten Erfahrungen im Leben, die frau nur selbst machen kann.”

Vielen Dank, liebe Agnes!