Umstandsmode für Badenixen: Designs für Mütter und Töchter

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Lange Zeit gab es für Schwangere nichts, das einerseits schön und gleichzeitig bequem-praktisch war. Zum Glück haben moderne Mamis da jetzt deutlich mehr Auswahl. Und zum Glück gibt es so viele Mütter, die aus ihrem eigenen Bedarf heraus damit begonnen haben, den Modemarkt aufzumischen!

Eine von ihnen haben wir bereits mit dem Mami-Organizer Leona mit im Programm: Hamburger Modedesignerin und 2-fach-Mama Jessica Puberitz kreiert seit 2008 unter dem Label petit amour raffinierte Still-BH´s, Umstandsbademode, Wickeltaschen und passende Accessoires. Wie sie dazu gekommen ist und warum es ihr speziell die Bademode für Mütter und Töchter im zueinander passenden Design angetan hat, erfahrt ihr hier im Interview.

Liebe Jessica, stell dich bitte kurz vor: Wer bist du, wie viele Kinder hast du und wie kam es zu deinem Label?

Jessica Puberitz petit amour“Ich bin Modedesignerin und lebe mit meinen beiden Kindern in Hamburg. 2008 habe ich mein eigenes Label unter dem Namen „petit amour“  gegründet und designe und produziere darunter  seitdem schwerpunktmäßig  Umstandsbademode, Still-BH´s und Wickeltaschen. Hintergrund war sicherlich mein bis dahin berufliches Schaffen für verschiedene Modemarken und mein Lebensabschnitt, den ich in Hong Kong und China  verbringen durfte und in verschiedenen Produktionen  für Bademode, Wäsche  und Taschen gearbeitet habe. Als ich dann schwanger wurde, wollte ich unbedingt in meinem wunderbaren Beruf weiterarbeiten. Und was bot sich besser an als eigene Produkte für Schwangere und frischgebackene Mütter zu kreieren, die ich selbst als Schwangere bis dato auf dem Markt vermisst hatte. Meine Liebe zu schönen, langlebigen Produkten und der Wunsch nach einer eigenen Marke, in der sich all das Schöne und meine ganzen Erfahrungen für andere zu designen wiederspiegeln sollte, hat sich mit der Geburt von petit-amour erfüllt. Die Marke spiegelt also in gewissem Sinne mein Leben als Modedesignerin, Schwangere und Mutter wieder.”

Wofür steht petit amour und was umfasst dein Sortiment?

“petit amour steht für Lieblingsstücke für moderne Frauen, insbesondere Badenixen, Schwangere und stillende Mütter, die für viel Freude und ein gutes Gefühl im täglichen Einsatz sorgen. Man findet bei petit amour Still-BH´s, Umstandsbademode in Form von Bikinis, Tankinis und Badeanzügen – vor allem in größeren Körbchengrößen bis zu F/G-Cups. Daneben gibt es stylische multifunktionale Wickeltaschen mit weichen Lederdetails, die Frau und Mama auch nach der Wickelzeit als zeitlose Handtasche tragen kann, sowie langlebige Lederetuis für Mutterpass, Kinderuntersuchungshefte oder Reisedokumente. Alle Produkte sind alltagstauglich konzipiert, stilvoll gestaltet sowie hochwertig, mit viel Liebe zum Detail verarbeitet. Sie entstehen als Kleinserien in familiengeführten, persönlich ausgewählten und regelmäßig besuchten Manufakturen.”

Welche Besonderheiten gibt es bei deinen Produkten?

“Da ich aus der Produktentwicklung und Produktion von Bademode und Wäsche komme, ist es mir sehr wichtig, die modernsten Schnitte und schönsten Trends auch auf die Umstandsbademode und Stillwäsche umzusetzen.  Mein Ziel ist es, dass die Frauen sich immer wohl und up-to-date fühlen und sich nicht in formlosen Klamotten  verstecken müssen. Weiterhin habe ich sehr stark an Produkten mit größeren Körbchengrößen bis F/G Cup gefeilt, denn es gibt immer mehr junge Frauen mit viel Oberweite, genauso wie die Menschen in unseren Breitengraden immer größer werden. Insbesondere SIE sollen sich in Ihren Körpern wohl und immer gut angezogen fühlen, sei es im Badeanzug als auch beim Stillen im Café.”

Warum hast du bei den Accessoires echtes Leder gewählt?

“Leder ist einfach ein fantastisches Material, was ein Leben lang hält, wenn man es ein wenig pflegt. Mich haben die tollen Designerhandtaschen, die Designklassiker immer fasziniert. So eine Kellybag aus Leder steht im Design Museum und sieht aus, als wäre sie gestern erst kreiert worden. Leder bekommt wie und durch das eigene Leben echte Patina und so eine Tasche oder ein Etui sind unseren jahrelangen Begleiter und damit auch gleichzeitig Erinnerungen an die schöne Babyzeit und Kindheit.  Zum Beispiel benutze ich selbst  noch das allererste Muster von unserem Mutterpassetui Leona. Obwohl mein Sohn jetzt schon fast 15 ist, freue ich mich jedes Mal, wenn ich es in die Hand nehme, über die Wertigkeit und das schlichte, aber doch ansprechende Design und über alles, was dieses kleine Teil schon mit uns erlebt hat und wohin es mit uns auf Reisen gegangen ist. Ich finde Leder in diesem langlebigen Sinne ein auch ökologisch sehr sinnvolles Produkt. Produkte aus recyceltem Plastik als Lederersatz finde ich auch toll. Alles, was wiederverwendet werden kann, wird helfen, dass unsere Kinder und Kindeskinder auch noch eine Zukunft auf dieser Welt haben. Meine älteste Ledertasche von meiner Ur-Ur-Großmutter ist bestimmt 150 Jahre alt. Ich mag einfach die Langlebigkeit, Qualität und die Schlichtheit als Lebensmotto, die immer auch für sich selbst spricht.”

petit amour Organizer Leona

Wir haben aktuell Kulturwochen bei mamylu. Bademode für Schwangere ist kulturell gesehen ja ein heikles Thema, denn Bademode für Frauen generell hat schon eine lange Geschichte hinter sich. Warum und wie hilfst du dabei, Tabus aufzubrechen?

“Das Wohlfühlen der Schwangeren und generell Frauen in Ihrem Körper liegt mir sehr am Herzen. Mit meiner Umstandsbademode und der passenden Kinderbademode möchte ich ein schönes Körper- und Lebensgefühl erwecken und den Zusammenhalt von Mutter und Tochter im gleichen Design optisch hervorheben. Ich mag es, wenn Frauen sich selbstbewusst und in jeder Lebenslage frei bewegen können. Vor allem auch diejenigen mit großer Oberweite, denn sie haben es oft nicht leicht, etwas Schönes zu finden und sind sehr unglücklich darüber.”

Und eine Frage an dich als Mama: Wie war das damals bei dir und der Geburt – wie gut warst du in Sachen Kliniktasche vorbereitet? Was hast du am Ende vermisst und auf was hättest du verzichten können?

“Ich erinnere mich gar nicht mehr so genau an den Inhalt meiner Tasche. Ich wollte nur, dass das Kind endlich herauskommt nach zwanzig Stunden Wehen! Mein bester Freund war die PDA. Bei der zweiten Geburt hätte ich wahrscheinlich eine Umstandsbademode von mir gebrauchen können, da ich noch in die Wanne durfte. Aber generell darf bei mir – sollte ich nochmal ein Kind bekommen –  eine fette Tafel dunkler Schokolade mit Nüssen und mein Lederetui Leona nicht fehlen. Da war nämlich auch immer das erste Ultraschallbild von meinen Babies und mein Mutterpass drin. Vor Kurzem habe ich mit Baby Kochs aus Düsseldorf zusammen ein Geburtsshirt entwickelt, welches die Schwangere während der Geburt tragen kann und eine bequeme passende Hose dazu für davor und danach. Dieses tolle Set würde ich bei der dritten Geburt auch auf jeden Fall mitnehmen.”

Vielen Dank!