Mein Baby in den Perlen Perus – Kulturschatz Mama Ocllo

Mama Ocllo Martina BabykleidungMit Tradition, Fairness und viel Liebe zur Natürlichkeit wird jedes Stück bei Mama Ocllo produziert. Die farbenfrohe Babykleidung wird in Handarbeit aus hochwertiger peruanischer Baumwolle gefertigt, die “Seide Südamerikas”. Warum sie so wertvoll ist und was die Legende über Mama Ocllo besagt, haben wir Gründerin Martina Sturainer de Cueto gefragt. Sie ist für uns eine Art Botschafterin Perus und steht mit Leib und Seele hinter der Kultur, die sie so sehr liebt. Wir freuen uns sehr, dass sie unsere Kulturwochen einläutet!

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Martina über Kultur & Babykleidung


Liebe Martina, ist Kleidung – speziell Babykleidung – in deinen Augen ein Stück Kultur und wenn ja, warum? Wie gestaltest du unsere Kultur mit und was können wir dabei von anderen Ländern lernen?

“Ich denke, eine Bevölkerung und damit auch ihre Kultur definiert sich zu einem großen Teil über die Kleidung. Peru ist hier ein sehr gutes Beispiel: Für das südamerikanische Land ist eine multikulturelle Gesellschaft charakteristisch. An der Kleidung der Menschen lässt sich schnell erkennen, aus welcher Region sie kommen bzw. welcher gesellschaftlichen „Schicht“ sie angehören. Einen noch größeren Stellenwert hat die Kleidung in den ländlichen Regionen, in denen Applikationen an Hüten und Röcken den Familienstand von Frau und Mann anzeigen. Jedes Kleidungsstück wird hier noch aufwendig per Hand gefertigt. Damit wird es zum Unikat und erhält, wie ich es beschreiben würde, eine Identität.

Werfen wir einen Blick zurück auf die Kindheit unserer Eltern und Großeltern, wird deutlich, dass Kleidung auch in unseren Breitengraden einst eine viel größere Bedeutung hatte als heute. Die Herstellung eines jeden Kleidungsstücks war arbeitsintensiv, das Waschen kostete Zeit und Kraft und weggeworfen wurde nur, was wirklich verschlissen war. Kurzum, jedes Kleidungsstück wurde wertgeschätzt und auch dementsprechend behandelt. Diese Zeiten liegen weit zurück und doch scheinen sie langsam wieder Teil unserer Gegenwart zu werden. Wir sind übersättigt von der Fast Fashion Industry, die auf Massenproduktion qualitativ minderwertiger, häufig toxischer Textilien setzt. Wir haben uns sattgesehen an gummiartigen PVC-basierten Aufdrucken und schillernden unnatürlichen Farben, die – wie wir mittlerweile dank Greenpeace wissen – gesundheitlich äußerst bedenklich sind.

So schön und gleichzeitig gefährlich? Mickey Mouse lacht und Babys Haut darunter juckt. Es wurden Begriffe wie Azofarben, Dispersionsfarben, Phtalate usw. in Umlauf gebracht, was zu einem langsamen Umdenken in der Gesellschaft führte und werdende Eltern zum Wohl ihrer Babys wieder nach gesunder Babykleidung nachfragen lässt. Was bis dato kaum hinterfragt wurde, ist für den bewussten Konsumenten heute selbstverständlich. Er möchte wissen, wo und vor allem wie die Kleidung, die das eigene Baby schützen und nicht gefährden soll, hergestellt wird. Um sich den „Luxus“ gesunder Babykleidung leisten zu können, setzt er häufig auf ein minimalistisches Einkaufsverhalten. Statt zehn Bodys wandern fünf in den Kleiderschrank, statt drei Mützchen, reichen ein bis zwei Stück. Qualität statt Quantität ist das neue Credo, nach dem immer mehr Familien leben.

Nach wie vor boomt Fast Fashion, nach wie vor spielt Nachhaltigkeit für viele Menschen eine untergeordnete Rolle. Doch ein Wandel ist spürbar. Dieser geht wieder in Richtung Gesundes, Bequemes und Althergebrachtes. Nicht zuletzt spiegelt sich dies beim Kauf und der Pflege von Baby´s Erstausstattung wider. Und damit komme ich zur Frage nach der Erstausstattung fürs Baby. Die Tendenz geht auch hier in Richtung nachhaltig produzierte, gesunde, vor allem aber auch bequeme Babykleidung. Dazu zählen klassische Wickelbodys und locker geschnittene Strampler, die wie das Wort schon sagt, genug Raum zum Strampeln und Bewegen bieten und zugleich die kälteempfindlichen Organe und Füße vor Zugluft schützen. Die Vorstellung, dass ein Baby wie ein kleiner Erwachsener auszusehen hat, schon früh Jeans und Hemd tragen sollte, um schick und hipp zu sein, flaut hoffentlich langsam ab. Denn wir wissen, dass zu enge Bauchbündchen, durch Knöpfe ausgelöste Druckstellen und Reibepunkte das Wohlbefinden und damit auch den Schlaf von Neugeborenen und Babys negativ beeinflussen können.

Mindestens genauso entscheidend für das Wohlbefinden eines Babys ist das Material, aus dem Body und Strampler genäht werden, schließlich ist es neben Mamas und vielleicht auch Papas Haut der erste haptische Kontakt zur Welt. Nach 9 langen Monaten muss es die wohlig warme Gebärmutter verlassen, es findet eine erste Trennung zur Mutter über das Durchschneiden der Nabelschnur statt und plötzlich sind es Fremdstoffe, die Geborgenheit und Schutz vor äußeren Einflüssen bieten sollen. Schutz für Babys Haut, dessen natürliche Abwehrstoffe noch nicht vollends entwickelt sind, bieten in erster Linie ökologisch angebaute und gewonnene Naturfasern wie Baumwolle und Wolle, denn so gut synthetische Fasern mittlerweile auch sein mögen, es gibt einfach nichts Gesünderes als das, was die Natur uns schenkt, unverfälscht und unbehandelt.

Mein größter Wunsch ist es, dass aus unserer Wegwerfgesellschaft langfristig wieder eine wertschätzende Gesellschaft wird, die der Natur und den daraus gewonnenen Erzeugnissen, wie auch den Menschen, die Teil der Produktionskette sind, den notwendigen Respekt zollt und sich einem nachhaltigen Lebensstil zuwendet.”

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Martina über den Kulturschatz Mama Ocllo


Mit viel Fleiß und Leidenschaft hast du Mama Ocllo gegründet. Wofür steht dein liebevolles Label?

“Mama Ocllo steht für gesunde und fair produzierte Babykleidung und Kuscheltiere aus Peru. Mit unseren Produkten wollen wir in Peru Arbeitsplätze schaffen, Kindern zu einer Schulbildung verhelfen und den Bio-Baumwollanbau im Allgemeinen fördern. Hierzulande möchten wir Babys glücklich machen, indem wir ihnen einen seidenweichen Start ins Leben bereiten. Denn die erste Kleidung, mit der die noch nicht vollends entwickelte Haut in Kontakt kommt, ist so wichtig für das Wohlbefinden unserer Kleinsten.”

Auf den Spuren von Mama Ocllo

Mama Ocllo, so erzählt die Legende, gründete einst das Inkareich, war Königin und Mutter eines großen Volkes und es oblag ihr, den Frauen im Reich die Kunst des Webens beizubringen. Liebevolle Mutter, Königin eines großen Reiches und Meisterin der Webkunst. Mama Ocllo als Marke für Pima Babykleidung und Strick-Accessoires vereint diese drei Aspekte (Mutter, Reichtum „Luxusfasern“, Web- und Strickkunst), bewahrt damit ein kulturelles Erbe und macht diese Schätze dem europäischen Konsumenten zugänglich.

Wie kam es zur Gründung von Mama Ocllo?

“Wie das Leben so spielt, führten im Jahr 2012 mehrere Wege zu Mama Ocllo. Gustavo, mein peruanischer Mann und Partner, hatten eben erst geheiratet und wir wünschten uns ein Baby. Dabei stellten sich zwei Fragen? Erstens, wo würden wir unsere kleine Familie gründen, in Peru oder in Deutschland? Zweitens, wie sollte es bei mir beruflich weitergehen? Aus verschiedenen Gründen entschieden wir uns, erst einmal nach Deutschland zu gehen. Und was das Berufliche anging, so legte ich meinen Wunsch als Einkäuferin Fuß zu fassen ad acta, um mich mit dem Thema Selbstständigkeit auseinanderzusetzen. Unser Kinderwunsch hatte oberste Priorität und ich konnte mir nicht vorstellen, bei der regen Reisetätigkeit eines Einkäufers eine Art Fernbeziehung zu meinem Baby aufzubauen. Beim Studium in Lima hatte ich unsere heutige französisch-portugiesische Modedesignerin Telma kennengelernt. Schnell verband uns mehr als Freundschaft. Wir träumten von Wegen, in Peru etwas Positives zu bewirken. Kinderwunsch, das Bedürfnis zwischen Deutschland und unserer zweiten Heimat Peru eine Brücke zu schlagen und der Traum von einem eigenen Unternehmen rief schließlich Mama Ocllo ins Leben. Das Know-How hatten wir bzw. konnten wir lernen und mit unserer Pima Baumwolle hatten wir ein wundervollen Material entdeckt, das die Grundlage für Mama Ocllo werden sollte.”

Was ist das Besondere an der peruanischen Baumwolle? Warum ist sie für Neugeborene besonders geeignet?

“Pima Baumwolle, wie sie in den fruchtbaren Flusstälern Nordperus wächst, ist ein herrliches Material, das nicht nur seidig weich auf der Haut liegt, sondern auch aufgrund seines natürlich schimmernden Glanzes den Beinamen „Seide Südamerikas“ erhalten halt. Grund für die besondere Haptik sind die extra langen Baumwollfasern, denn über die Länge der Fasern unterscheiden sich die verschiedenen Baumwollarten. Je länger die Fasern, desto weichere Garne können daraus gesponnen werden. Nur etwa 1% der weltweit angebauten Bio Baumwolle entspricht den Eigenschaften von Pima Baumwolle (hier zum Nachlesen). Hebammen und Kinderärzte empfehlen Bodys und Strampler aus Pima Baumwolle besonders gerne für Neugeborene und Babys, die zu Hautirritationen oder gar Neurodermitis neigen. In Bio-Qualität wird die natürliche Atmungsaktivität der Extra Long Staple Baumwolle optimal bewahrt, anders als bei schadstoffbelasteten Stoffen, bei denen Faserverschluss häufig die Folge der eingesetzten Chemie ist. Ein weiterer Vorteil von Pima Baumwolle ist, dass es anders wie bei den meisten gewöhnlichen Baumwollstoffen, zu keiner Fusselbildung kommt. Gerade hierauf achten Eltern, deren Babys an Neurodermitis leiden, denn wunde Hautstellen sollten mit möglichst wenigen Fremdstoffen in Kontakt kommen.”

Wie wird die Babykleidung hergestellt? Und wie lange dauert die Fertigung von einem Kleidungsstück?

Hier in Europa legen wir den Grundstein für neue Produktentwicklungen, indem wir Schnittmuster entwickeln, eine erste Farbauswahl treffen und Grafiken für Stickereien oder Aufdrucke in Auftrag geben. In Peru werden im Anschluss von einem Familienunternehmen des Vertrauens erste Produktmuster gefertigt. Sind die Muster fertig, werden diese zu uns nach Deutschland gesandt oder wir begutachten diese direkt vor Ort in Lima, wie es dieses Jahr der Fall war. Es folgt eine längere Phase, in der wir die Musterstücke an unseren eigenen, aber auch an Babys von Kunden testen. Dies gibt uns die Chance nachzubessern, Maßen anzupassen, Druckknöpfe zu versetzen oder ein Modell nochmals komplett zu überarbeiten. Es werden so lange neue Muster gefertigt, bis wir vollends vom Design überzeugt sind. Dieser Prozess braucht Zeit, sodass wir aktuell, anders wie Unternehmen aus der Fast Fashion Industry, nur einmal pro Jahr eine Produktion starten. Erst wenn alle Produktmuster stehen, werden von einem bio-zertifizierten Unternehmen die feinen Pima Garne eingekauft und in Lima zu Interlook-Stoffen verwebt. Es wird gefärbt, zugeschnitten, bedruckt, bestickt und letztlich genäht. Zwölf Frauen nähen in der kleinen Schneiderei aktuell für uns; zu humanen Arbeitszeiten und gegen eine faire Bezahlung. Etwa zwei bis drei Monate kalkulieren wir für die Konfektion, die anschließende Qualitätskontrolle und die Abfertigung für den Versand nach Deutschland ein. Im Juni starten wir in unsere nächste Produktionsrunde und im Herbst dürfen wir uns dann auf super bequeme Lieblingsteile im Yoga-Style freuen.

 

Martina über die Geburt & die Kliniktasche


Ganz persönlich nachgefragt: Was bedeutet für dich das „Mama-Werden“?

“Schon lange hatte ich davon geträumt, Mama zu werden. Wie sehr ein Baby mein Leben verändern würde, das konnte ich bis zur Geburt meines ersten Sohnes zur entfernt erahnen. Tatsächlich ist es so viel schöner und zugleich so viel anstrengender, als ich es mir ausgemalt hatte. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen unbeschreiblichen Glücksgefühlen und dem Bedürfnis für Momente einfach aufschreien oder ausbrechen zu dürfen. Trotz all der Herausforderungen, die das Mama-Sein mit sich bringt, ein größeres Geschenk als meine beiden Kinder hätte mir das Leben nicht bereiten können. Wenn ich mich früher beim Aufwachen fragte, worin denn bloß der Sinn meines Lebens läge, dann blicke ich heute in zwei fröhliche Gesichter und weiß, dass meine Sinnsuche ein Ende hat.”

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Wie war das mit deinen Geburten und der Kliniktasche?

“Ich durfte sowohl die Klinik als auch das Geburtshaus kennen und schätzen lernen. Beide Male hatte ich das Glück meine Kinder als Spontangeburt an einem Sonntag zur Welt zu bringen, an einem Tag also, an dem mein Mann von Anfang an bei mir sein konnte. Und doch haftet der ersten Geburt ein leicht bitterer Beigeschmack an. Ich hatte mich auf eine Wassergeburt gefreut, doch mein Sohn wurde letztlich mit der Saugglocke in Rückenlage geholt. Den Grund dafür verstehe ich bis heute nicht. Meinen zweiten Sohn brachte ich im Geburtshaus zur Welt; eine echte Wunschgeburt, im Wasser, mit der Hebamme meines Vertrauens und meinem Mann an meiner Seite. An beide Geburten erinnere ich mich gerne zurück und den Moment, in dem ich meine Kinder zum ersten Mal in den Armen hielt, werde ich wohl nie vergessen. Und meine Kliniktaschen? Ja, liebe Kristina, da hätten deine Taschen und Checklisten gute Dienste geleistet. An die erste Kliniktasche erinnere ich mich ehrlich gesagt nur noch schwach, doch bei der zweiten habe ich trotz eigener Checkliste sowohl meine Versichertenkarte als auch das Babymützchen vergessen. Irgendwie versucht man penibel genau an alles zu denken und dann fehlt doch wieder etwas.”

Vielen Dank!

Mama Ocllo und mamylu

Es gibt vermutlich nichts weicheres, gesünderes und natürlicheres für Baby’s neugeborene Haut als die süße Erstausstattung von Mama Ocllo. Wir freuen uns sehr, dass Martina mit Mama Ocllo Teil unseres Netzwerks Mamis für Mamis ist und liebevoll gestrickte Fingerpüppchen in der Mamimappe beisteuert. mamylu ist zudem Inti-Prämienpartner: Wer bei Mama Ocllo im Shop einkauft, erhält 10 % Rabatt auf unsere fertig gepackten Kliniktaschen.