Die sieben Kliniktaschen einer Hebamme

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Oder: Was haben Bettlaken, Brühe und Klopapier gemeinsam?

Katzen haben keine sieben Leben. Diese Frau aber schon – nämlich zur Welt gebracht! Und was brauchte sie dafür? Natürlich sieben Kliniktaschen. Hier erfahrt ihr, was sie eingepackt hat und was in eurer Tasche nicht fehlen sollte.

Die Kliniktasche zu packen ist ja gerade beim ersten Mal eine echte Herausforderung. Weil man sich beim ersten Kind noch so gar nicht vorstellen kann, was einen erwartet. Hebamme Kerstin Lüking, Gründerin der Wochenbettbox, hat über 2000 Familien bei der Geburt begleitet und selbst sieben Mal eine Kliniktasche für die Geburten ihrer sieben Kinder gepackt. Wobei nicht ganz, denn Kind Nummer 6 war eine Hausgeburt – eine sehr grenzwertige, wie sie berichtet. Welche drei Top-Tipps sie aus ihrem riesigen Fundus an Erfahrungen heraus gibt und warum das Projekt Großfamilie für sie als Einzelkind früh feststand, verrät sie uns im Interview. Was uns besonders freut: Als eine unserer “Mamis für Mamis” liegt in jeder unserer Kliniktaschen und Mamimappen ein Gruß von ihr bei, und zwar eine Probe ihres Still- und Rückbildungstees “Latte-to-go” sowie ein exklusiver Rabattgutschein. So, und jetzt geht’s los!

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Liebe Kerstin, du bist Hebamme, Mama von sieben Kindern und Gründerin der Wochenbettbox – wow! Wann wurde dir klar, dass das Mamawerden und Mamasein für dein Leben eine so wichtige Rolle spielen würde?

Mir war schon relativ früh klar, dass ich viele Kinder haben wollte. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und empfand das als extrem belastend, da der Fokus so auf mich gerichtet war. Ich hatte nur Freundinnen mit drei bis vier Geschwistern. Da war immer was los! Bei mir leider nicht. Damit war das Projekt „Großfamilie“ für mich geboren, was wir jetzt schon seit 23 Jahren führen und auf das ich sehr stolz bin.

Wie waren die Schwangerschaften für dich – gab es große Unterschiede? Wird es mit jedem Kind einfacher oder eher schwieriger?

Wochenbett Booklet Hebamme Kliniktasche

Kerstins Booklet “Die Wochenbetthebamme”

Meine Schwangerschaften sind alle gut gewesen und ich habe mich, bis auf die anfängliche Übelkeit, immer pudelwohl gefühlt. Eigentlich war ich am Ende immer traurig, wenn der Bauch weg war. Um ehrlich zu sein, finde ich es einfacher, viele Kinder zu haben. Der größte Schritt war für mich von Kind Nr. 1 zu Kind Nr. 2. Da lagen nicht viele Monate dazwischen. Aber nach der anstrengenden Anfangszeit kam die „Entspannungsphase“, weil beide Geschwister viel miteinander gespielt haben und ich mich dann schon wieder in Ruhe um Baby Nr. 3 kümmern konnte. Und so lief das dann eigentlich weiter bis Baby Nr. 7. Natürlich ist es viel Organisation, alles gut unter einen Hut zu bekommen, aber die Kinder klären auch viel untereinander und übernehmen Verantwortung für ihre Geschwister. An Sozialkompetenz wird es ihnen auf jeden Fall nicht mangeln. Ich liebe dieses wuselige Leben mit so vielen Personen. Bei uns ist irgendwie immer etwas los und auch wenn sich unsere Kinder mal untereinander streiten, sie können auch nicht „ohne“ einander sein. Und das ist ein schönes Gefühl, wenn man diesen Zusammenhalt hat.

Wie und wo sind deine Babys denn auf die Welt gekommen?

Meine Kinder sind mit einer Ausnahme alle in der Klinik geboren worden. Ich hatte immer das große Glück, eine Beleghebamme für mich zu haben. Und wenn man als Kollegin und Freundin betreut wird, ist das einfach ein absoluter Luxus. Unser sechstes Kind ist zu Hause geboren worden. Das war nicht so ganz ohne, weil ich immer so riesige Kinder mit 5 kg Geburtsgewicht hatte. Die Erfahrung war für uns alle grenzwertig. Daher dann die Entscheidung bei Baby Nr.7 wieder in die Klinik zu gehen. Marlene ist in Herdecke in einer anthroposophischen Klinik geboren worden. Es gab einen hebammengeleiteten Kreißsaal, was unglaublich angenehm war.

Wie sah deine Kliniktasche fürs erste Baby aus und wie hat sie sich bei den späteren Geburten verändert?

Meine Kliniktasche wurde mit der Zeit immer kleiner, da ich immer eine ambulante Geburt angestrebt habe. Also: Wechselwäsche, Essen, Badeschlappen, Kosmetiktasche und Anziehsachen für unser Kind. Fotoapparat und Notizbuch waren auch immer wichtige Begleiter. Wir haben es als Eltern so gehalten, dass wir unabhängig voneinander die Geburten nochmal aufgeschrieben haben. Irgendwann wollen die Kinder wissen, wie das so war am Tag ihrer Geburt. Da sind solche Aufzeichnungen natürlich total „Gold wert“.

Welche drei wichtigen Tipps zur Kliniktasche möchtest du werdenden Müttern ans Herz legen?

  1. Ein großes Badelaken. Warum? Frauen schwitzen in den ersten Tagen nach der Geburt sehr häufig. Durch die hormonelle Umstellung werden Wassereinlagerungen aus dem Körper geschwemmt und man schwitzt in der Regel in der Nacht mehrere Shirts durch. Wer schon einmal in einem Krankenhausbett geschlafen hat weiß, dass die Matratzen mit einer Plastikhülle ummantelt sind. Das ist sehr unangenehm, weil einem sowieso schon heiß ist. Mit einem Frottee-Laken ist das sehr viel angenehmer.
  2. Ein Glas Instant-Brühe. Warum? Unter der Geburt wird ebenfalls Flüssigkeit durch Schwitzen, Erbrechen etc. verloren. Plötzlich beginnen die Frauen zu frieren und sind kraftlos. Die Instant-Brühe enthält sehr viel Salz und gibt den Frauen oft wieder „Dampf“ und Kraft für die Geburt.
  3. Eine Rolle weiches Toilettenpapier oder eine Packung Kleenex. Warum? Ich weiß leider nicht, warum es in einigen Kliniken auf der Wöchnerinnen-Station immer noch hartes Klopapier gibt. Eine totale Zumutung für jede Mama mit Schmerzen am Damm. Deswegen einfach mal einpacken, damit man es etwas angenehmer hat.

Vielen Dank!

Ein Blick in die Wochenbettbox

Hebamme meets Apothekerin: Die Wochenbettbox ist mit viel Liebe und einem großen Wissensschatz entstanden. Neben einem Ratgeber für die Wochenbettzeit enthält die Box u.a. eine Reihe selbst entwickelter und hergestellter Produkte wie Salben, Tees und Tinkturen. Alles mit rein natürlichen Inhaltsstoffen bester Qualität, ohne chemische Substanzen oder künstliche Duftstoffe – und dadurch hochwertiger und besser verträglich. Die kleine Manufaktur im Schwarzwald füllt alles selbst frisch ab, etikettiert per Hand, verpackt alles hübsch und lässt es dann von einem „feschen“ Studenten zur Post bringen.

Unser Fazit: Die absolut beste Empfehlung für die anspruchsvolle Zeit “danach”!

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