Aus 2 Tagen wurden 10 …

„Meine Kliniktasche war eine etwas größere Handtasche“

Ernährungsberaterin Dr. Yvonne Braun aus München erinnert sich für uns an die Kliniktaschen, die sie bei den Geburten ihrer beiden Töchter dabei hatte – und auch daran, dass es oft anders läuft, als man es geplant hat:

„Der einzige Krankenhausaufenthalt vor der Entbindung meiner Kinder war eine Mandel-OP mit Anfang 20. Das Einprägsamste, was ich davon noch weiß, ist der Krankenhausgeruch, der auch nach dreimaligem Waschen noch in der Kleidung hing, und das schreckliche Essen. Also hieß meine Devise beim Packen meiner Kliniktasche: so wenig Klamotten wie nötig und so viel gesundes Essen wie möglich.

Als Ernährungsberaterin hatte ich mit dem Zweiten keinerlei Probleme. Mit dem richtigen Essen während der Schwangerschaft kannte ich mich aus und die sinnvollen Snacks für Kreißsaal und Milcheinschuss waren schnell zusammengestellt. Von Nüssen über Traubenzucker, Bananen und Kaugummi landete eine bunte Mischung in meiner Kliniktasche, was eine Menge Platz beanspruchte.

Wobei meine Kliniktasche bei der ersten Tochter einfach eine etwas größere Handtasche war – aber ich rechnete auch nur mit zwei Tagen Klinikaufenthalt. Eine Jogginghose, zwei alte T-Shirts, Flipflops und Unterwäsche fanden neben Zahnbürste, Kamm und Duschgel noch ihren Platz. Mit dem Essen habe ich alles richtig gemacht. Wir waren während der Geburt und den zehn Tagen im Krankenhaus bestens versorgt … Aber definitiv hätte ich mir mehr Mühe beim Packen der restlichen Dinge geben sollen.

kliniktasche-packen

Meine Tochter war krank und wir blieben länger als geplant. Bereits am zweiten Tag brachte mir mein Mann dann seine Auswahl an sinnvollen Kleidungsstücken, weil meine offensichtlich nicht ausreichte. Die von meinem Mann ausgewählte Garderobe war leider noch unattraktiver und älter als das, was ich vorher bereits eingepackt hatte. Bei meiner Entlassung schleppten wir dann Maxi Cosi, meine Kliniktasche und fünf Stoffbeutel zum Auto. Eine einzige, ausreichend große Kliniktasche wäre deutlich sinnvoller gewesen.

Bei der Geburt der zweiten Tochter – genau 20 Monate später – habe ich leider nicht viel dazu gelernt. Die Kliniktasche war zwar etwas größer aber ich rechnete sogar damit, am nächsten Tag heim zu gehen. Bis dahin war ich noch nie einen Tag von meiner Großen getrennt und wollte sie nicht so lange „alleine zu Hause“ lassen. Auch bei der Zweiten lief es anders als geplant, aber wir waren zumindest nach 6 Tagen daheim.

Was möchte ich mit meiner Geschichte sagen? Eine Geburt ist eine Geburt und es läuft oft anders, als man denkt. Natürlich ist mit krankem Kind oder kranker Mama die Kleiderauswahl völlig sekundär ABER mit einer sinnvoll und liebevoll gepackten Kliniktasche, ein wenig Schminke und gescheit angezogen hätte ich mich deutlich besser gefühlt – und die Gefühle spielen bei einer frischgebackenen Mama eine sehr große Rolle!

Mein Tipp für das Packen Eurer Kliniktasche: Denkt darüber nach, welche Körperpflege- und Hygieneprodukte ihr zu Hause gerne verwendet und packt sie ein! Welche Kleidung ist bequem, aber auch hübsch? Die so genannten „Heultage“ nach der Geburt gibt es wirklich. Aus Erfahrung weiß ich: Man kommt deutlich besser durch, wenn man sich in seiner Haut wohl und gepflegt fühlt.“

Wir bedanken uns für diesen ehrlichen Gastbeitrag von Dr. Yvonne Braun, zertifizierte Ernährungsberatung und -therapie in München, Mitglied in unserem Netzwerk Mamis für Mamis. In ihrem Blog berichtet sie über alle Ernährungsthemen rund um Schwangerschaft, Stillzeit und insbesondere Allergien und Unverträglichkeiten.

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