3×3 Fragen an Traurednerin Caroline Ziegler

Wir eröffnen unsere neue Interview-Reihe #3x3fragen mit einer tollen, inspirierenden Mama-Business-Emotionen-Frau, der freien Rednerin Caroline Ziegler aus München. In drei fachlichen und drei persönlichen Fragen gibt sie Tipps zur Hochzeit mit Babybauch und wie Kinder liebevoll mit einbezogen werden können, warum eine Visionscollage eine Ehe retten kann und was ihr beim Erlernen der Mutterrolle wertvoller war, als jeder Ratgeber.

Caroline Ziegler

Freie Trauungen sind ihre Leidenschaft, aber Ehejubiläen, Geburtstage und andere wichtige Gefühlsanlässe liebt sie ebenso. Wo Menschen zusammen kommen, um einen erinnerungswürdigen Moment gebührend zu feiern, findet Caroline Ziegler die richtigen Worte. Sie hat ein Gespür für die persönlichen Geschichten und stellt das Besondere heraus.

In unserem Interview gibt sie praktische Tipps und Empfehlungen für angehende Ehepaare, die sich mit dem Thema Kind beschäftigen (sollten), zum Zeitpunkt der Trauung bereits in freudiger Erwartung oder schon Eltern sind.

 

Drei Fragen an die Fachfrau


Welche Fragen beschäftigen zukünftige Ehepaare, wenn es um das Thema Kind geht?

Die grundsätzliche Frage: Kinder ja oder nein. Immer wieder bietet sie hohes Konfliktpotenzial und sollte idealerweise schon weit vor der Hochzeit besprochen und geklärt werden. Kurz davor kochen ohnehin die Emotionen hoch, da kann eine ungeklärte Kinderfrage alles in Frage stellen und zu Verletzungen und Kränkungen führen.

Und: Wann ist der ideale Zeitpunkt für Kinder. Gerade wenn das Paar noch Berufserfahrung sammeln möchte, ein Partner vor einem Karrieresprung steht oder auf diesen hinarbeitet. Auch das Thema beruflicher Auslandsaufenthalt kickt das Thema Kinderwunsch: Die Zeit im Ausland für die Elternzeit nutzen oder warten bis danach.

Eine wohltuende und klärende Fragestellung für Paare vor der Hochzeit ist: Was möchten wir als Paar noch gemeinsam zu zweit erleben, auskosten und genießen? Was schweißt uns zusammen und kann uns in herausfordernden/schwierigen Zeiten, die das Leben mit Kindern bietet, stärken und tragen? Typische Beispiele sind eine langersehnte Fern- oder Weltreise, ein Hausbau, gemeinsame Sportprojekte wie den New York Marathon laufen usw.

Meine Empfehlung: nehmt Euch als Paar auch und gerade in der trubeligen Zeit vor der Hochzeit bewusst einen Tag für Euch Zeit und sprecht über Eure Wünsche, Träume und Ziele. Noch kraftvoller und eine wunderbare Erinnerung ist eine Visionscollage. Hier könnt Ihr alleine oder unter Anleitung gemeinsame Wünsche und Ziele als Paar und Familie und auch für jeden einzelnen visualisieren. Das schafft Klarheit, Verständnis füreinander, schweißt zusammen und erleichtert in holprigen Zeiten die Priorisierung. Und eine schöne Erinnerung ist es ohnehin!

Wenn die Frau schon schwanger ist, beschäftigen das Paar oft Themen wie Rollen- und Aufgabenverteilung, finanzielle Absicherung, Erwartungen aneinander und an sich selbst als Eltern, Zusammengehörigkeit – beispielsweise auch bei der Wahl des Familiennamens.

Die Braut ist schwanger: Welche Besonderheiten gibt es bei der Trauung zu berücksichtigen?

An schwangerschaftstypische Bedürfnisse denken: Wenn die Hochzeit draußen stattfindet: ausreichend Schattenplätze/Sonnenschutz. Für die Braut: viel zu trinken und auch wirklich leckere, alkoholfreie Getränke (Locations sind da oft kreativ). Toiletten in der Nähe und auch mit Babybauch und Hochzeitskleid gut nutzbar (Tipp: Behindertentoiletten bieten mehr Platz) Bequeme Schuhe, Kleidung und Sitzgelegenheiten, auch während der Trauung viel sitzen dürfen. Beim Make-Up daran denken, dass viele Schwangere näher am Wasser gebaut sind und Bräute ohnehin oft vor Rührung Tränen vergießen.

Im Auto die Kliniktasche bereithalten, falls die Emotionen oder der aufregende und auch anstrengende Hochzeitstag Wehen auslösen. Den Weg in die (nächste) Geburtsklinik kennen, evtl. Telefonnummern des dortigen Kreißsaals herausfinden und parat legen.

In der Zeremonie kann das Baby durchaus schon thematisiert werden. Wenn das Paar das möchte, kann auch nach der Geburt noch eine Willkommensfeier für das Kind analog zu einer Taufe veranstaltet werden. Hier können die guten Wünsche, die die Eltern ihrem Kind mit auf den Weg geben wollen im Mittelpunkt stehen, Paten oder Begleiter miteinbezogen werden und ein kraftspendendes Ritual für das Kind zelebriert werden.

Wie könnte eine freie Trauung aussehen, wenn Paare bereits Kinder haben? Wie können Kinder am besten einbezogen werden?

Wenn Paare bereits Kinder in die Ehe mitbringen, wünschen sie sich oftmals, dass diese in die Zeremonie eingebunden werden oder eine Aufgabe haben. Wenn die Kinder schon laufen können, kann das Kind Blumen zum Ein- oder Auszug streuen oder das Ringkissen tragen. Kinder im Schulalter können je nach Alter und Naturell beispielsweise ein Gedicht vorlesen, selbst verfasste Worte an die Eltern richten, etwas singen oder musizieren. Gerne auch mit weiteren Personen als Begleitung und Unterstützung.

Ein schönes Ritual, bei dem auch die Verbundenheit als Familie sichtbar wird, ist zum Beispiel das Sandritual. Hier gießt jedes Familienmitglied Dekosand in seiner Lieblingsfarbe in eine Glasvase. So bleiben die einzelnen Farben als Schicht sichtbar und doch vermengen sich die verschiedenfarbigen Sandkörnchen untrennbar miteinander.

Hier ist meine Empfehlung: bezieht die Kinder altersgerecht in die Planung mit ein und lasst sie selbst entscheiden, ob und was sie beitragen möchten.

Viele Paare wünschen sich, dass ihr Hochzeitstag ihnen als Paar gehört. Während der Zeremonie – und auch während des Fests werden die Kinder von den Großeltern oder sonstigen engen Bezugspersonen betreut. So kann das Brautpaar entspannt den Tag genießen, allen Verpflichtungen, die so ein Fest ja auch mit sich bringt, nachkommen und die Kinder in gute Hände loslassen.

 

Drei Fragen an die Mama


Hast du selbst Kinder und wenn ja, mit welchen Erinnerungen denkst du an die Geburt zurück?

An die Geburt meines Sohnes denke ich besonders mit Dankbarkeit zurück. Ich war glücklich, ein gesundes Baby in meinen Armen halten zu können und habe mich gefreut, endlich sehen zu können, wie der Kleine aussieht!

Gab es rückblickend bei der Geburt oder kurz danach etwas, auf das du lieber besser vorbereitet gewesen wärst?

Eine große Herausforderung war für mich die neue Mutterrolle. Ich glaube allerdings, auf die Aufgaben und Rolle als Mutter kann man sich nicht wirklich gut vorbereiten. Das war für mich viel Try and Error und die Erkenntnis, dass die eigene Intuition und Achtsamkeit mit dem Kind dabei hilfreicher als alle Ratgeber sind.

Ein Blick in deine Kliniktasche: Was musste bei dir unbedingt dabei sein?

Meine Kliniktasche: Wechselklamotten zum Wohlfühlen für mich, der liebevoll ausgewählte erste Strampler und etwas energiespendendes zum Knabbern, das dann letztlich mein Mann gegessen hat.

 

Vielen Dank!


Wer sich weiter informieren möchte: Hier geht es zur Website von Traurednerin Caroline Ziegler.

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